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REHA STATIONÄR - Komplikationen nach Unterbauch-Operationen

Komplikationen nach Unterbauch-Operationen
A) Ziele der stationären Rehabilitation

1. Körperliche und seelische Stabilisierung
  • Abhängig von der Art und Schwere der Komplikation und der individuellen Bedin-gungen

2. Verbesserung bzw. Beseitigung von krankheits- bzw. therapiebedingten Funktionsstörungen
  • Beseitigung der Residuen der noch nicht abgeschlossenen Heilung (z. B. Förde-rung der Hämatomresorption, Wundheilung, Antibiose bei Infektion, Hormoner-satztherapie, Lymphdrainagen)
  • Schmerztherapie
  • Wiederherstellung der jeweiligen Organfunktion
  • Verbesserung der Adhäsions- und Narbenproblematik

3. Verbesserung des Kenntnisstandes und Erlangung eines umfassenden Krankheitsverständnisses
  • Umfassende Information über Art und Ausmaß der Komplikation zur Erlangung der eigenen Heilungskompetenz und damit Verbesserung der Compliance für langfristige Maßnahmen
  • Aufarbeitung des Vertrauensverlustes

4. Wiedererlangung von weiblicher Lebensfreude und Lebensqualität
  • Verarbeitung und Überwindung des Komplikations-Traumas

5. Berufliche und soziale Reintegration
  • Wiederherstellung der persönlichen Autonomie und Selbstversorgung


B) Klinisch-konservative Gynäkologie
  • Erarbeitung eines individuellen Diagnostik- und Therapieplanes
  • Gynäkologische Untersuchung einschließlich Vaginal- und Abdominalsonografie, ggf. mit Funktionsdiagnostik (Hormonbestimmung, Nierenretentionswerte, Nahtdehiszenzgröße und -tiefe, Stuhlprotokoll, Inkontinenzfragebogen, Schmerz-fragebogen und -skala) und Infektionsparameterbestimmung sowie Beinumfangsmessung zur Ödembestimmung
  • Ausführliche Einzelberatung anhand des individuellen Komplikationsverlaufs und der Therapiemöglichkeiten
  • Wundbehandlung
  • Lokale und systemische Infektionsbekämpfung
  • Medikamentöse Resorptionsförderung
  • Hormonsubstitution
  • Schmerztherapie nach individuellem Schema, medikamentöse Schmerztherapie, Akupunktur


C) Krankengymnastik und physikalische Medizin
  • Gezielte Einzelkrankengymnastik
  • Beckenbodenfunktionstraining ggf. mit Elektrostimulation und medikamentöser Ergänzung
  • Verbesserung der Durchblutung im kleinen Becken und Steigerung der Resorpti-on sowie Verbesserung der Sphinkterfunktion von Blase und Darm bzw. Verbes-serung der Entleerungsfunktion von Blase und Darm
  • Detonisierende und vegetativ stabilisierende Anwendungen, z. B. CO2-Gasbäder, Sitzbäder
  • Elektrotherapie zur Detonisierung und/oder mit Hochvolt kombinierter Ultraschall zur Schmerztherapie
  • Umfassende Beseitigung von Lymphödemen mittels Lymphdrainage bzw. kom-plexer physikalischer Entstauungstherapie (KPE)


D) Informationen und psychologische Angebote
  • Ärztlich geleitete Seminare zu gynäkologischen Operationen und Einzelberatung über Art und Ausmaß der Komplikation, Möglichkeiten der vollständigen oder teilweisen Beseitigung mit voraussichtlichem Zeitbedarf und eventuelle verblei-bende Beeinträchtigungen
  • Psychologische Einzelgespräche zur Bearbeitung der Belastungssituation, bei Krankheitsfolgen wie Schmerzen oder Funktionseinschränkungen in Verbindung mit dem Selbstbild der Patientin, bezüglich Sexualität, Fortpflanzungsfähigkeit, Partnerschaft
  • Schmerzbewältigungsgruppe
  • Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation nach Jabobsen, Autoge-nes Training, u.a.)
  • Informationen über medizinische Hilfsmittel wie Inkontinenz- oder Stomaartikel, einschließlich Training in der Anwendung
  • Ernährungsberatung und Lehrküche
  • Sozialberatung bei eingeschränkter Belastbarkeit, zu Fragen der sozialen und beruflichen Rehabilitation



Hinweis: Rot markierte Begriffe sind in unserem Glossar erklärt. Durch einen Klick auf das entsprechende Wort erhalten Sie sofort weitergehende Informationen, oder Sie schauen in unserem Glossar nach.

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