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Sie sind hier: Home | FÜR ÄRZTE | REHA STATIONÄR | Mammakarzinom
Mammakarzinom
A) Ziele der stationären Rehabilitation
1. Körperliche und seelische Stabilisierung
- Stabilisierung der körperlich-vegetativen Leistungsfähigkeit
- Verbesserung des psychischen Gleichgewichts, Krankheitsbewältigung
2. Verbesserung bzw. Beseitigung von krankheits- bzw. therapiebedingten Funktionsstörungen
- Verbesserung der Funktion des Schulter-Arm-Gelenkes, Vermeidung dauerhafter Einschränkungen
- Verbesserung der Funktion des Lymphgefäßsystems, Beseitigung oder Vermeidung eines Lymphödems des Armes
- Verbesserung der Balance der HWS-BWS-Muskulatur, Vermeidung sekundärer Schon- oder Fehlhaltungen
- Verbesserung der Wund- und Narbenverhältnisse, Minimierung von Strahlenschäden
- Schmerzlinderung oder-beseitigung
3. Verbesserung des Kenntnisstandes und Erlangung eines umfassenden Krankheitsverständnisses
- Vermittlung von Wissen über das individuelle Tumorgeschehen, Prinzipien und Wirkungsweisen onkologischer Therapie (Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie, Hormonbehandlung u. a.)
- Informationen zu Therapiefolgen und deren Beeinflussbarkeit (z. B. Schulter- Arm- Syndrom, Sensibilitätsstörungen)
- Erlangung von umfassenden Kenntnissen bezüglich alltagspraktischer Bedeutung bei Lymphödem (-neigung) und Prophylaxe
4. Wiedererlangung von weiblicher Lebensfreude und Lebensqualität
- Verbesserung des psychischen Gleichgewichtes: Angstreduktion, Zulassen auch negativer Gefühle, Entkräftung von Krebsmythen, Thematisierung von Körperlichkeit und Sexualität, Weiblichkeit und Organverlust, Unterstützung bei der Suche nach persönlichen Stärken zur Krankheitsbewältigung
- Erlerne von Entspannungsfähigkeit
5. Berufliche und soziale Reintegration
- Feststellung sozialmedizinisch relevanter Funktionseinschränkungen
- Aufhebung der Isolation (Umgang mit Angehörigen und sozialem Umfeld, Austausch mit Gleichbetroffenen)
B) Klinisch-konservative Gynäkologie
- Körperliche Untersuchung einschließlich gynäkologischer Untersuchung, Vaginal- und Abdominalsonographie, Laborparameter, Feststellung der individuellen Belastbarkeit und evtl. Funktionsstörungen unter Einbeziehung der Vorbefunde
- Lymphdiagnostik zur Behandlungsplanung
- Chemotherapie und andere adjuvante onkologische Therapie
(wird fortgesetzt)
- Narben- und Wundbehandlung, ggf. Behandlung eines Radioderms
- Schmerztherapie (lokal und systemisch)
C) Krankengymnastik und physikalische Medizin
- Spezielle Krankengymnastikgruppen für Mammakarzinompatientinnen und spezielle Bewegungsbäder
- Manuelle Lymphtherapie nach anerkannten Qualitätsmaßstäben (z. B. Földi, Asdonk) je nach individuellen Bedingungen auch mit täglicher Lymphdrainage, Bandagierung und Anpassung eines Kompressionsarmstrumpfes (komplexe physikalische Entstauungstherapie/ KPE), ggf. Marnitz-Massage
- Haltungsschulung, Atemgymnastik
- Balneologische Anwendungen zur vegetativen Stabilisierung, z. B. C02-Trockenbäder, Beingüsse nach Kneipp, Solebäder und Medizinzusatzbäder unter strenger Berücksichtigung der Lymphsituation
- ggf. Ultraschallbehandlung bei bewegungseingeschränkter Schulter
- ggf. funktionelle und/ oder kreative Ergotherapie
Therapeutische Besonderheiten:
- Keine hyperämisierenden Anwendungen der oberen Körperhälfte wie: Wärme- und Kälteapplikationen, klassische Massage, Elektrotherapie
- Keine Manipulationen am betroffenen Arm: i. v. – Injektionen, RR-Messungen, forcierte Mobilisation
- Keine Überforderung der Schulter- Arm-Region
- Erysipelprophylaxe
D) Informationen und psychologische Angebote
Ärztlich geleitete Seminare
- Vermittlung von Kenntnissen zum Krankheitsbild, zur Diagnostik und Therapie bei Mammakarzinom sowie zur Tumornachsorge,
Informationen über krankheitsadäquates Bewegungsverhalten, besonders Vermittlung von Vermeidungsstrategien für Traumatisierungen und Überanstrengung des betroffenen Armes, Lymphödemprophylaxe, Informationen über Möglichkeiten zur Stärkung des Immunsystems, Ernährungsberatung (Ernährung und Krebs)
- Psychoonkologische Gesprächsgruppe
- Psychologische Einzelberatung
- Entspannungsverfahren zur psychovegetativen Stabilisierung und Angstreduktion (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Autogenes Training, u.a.)
- Prothesenberatung
- Weitergabe von Informationsmaterial und Literatur zum Krankheitsbild
- Informationen und Kontakte zu Selbsthilfegruppen
- Beratung zur derzeitigen Arbeitssituation und Alltagsbewältigung, sozialmedizinische Stellungnahme, Einbeziehung des Sozialdienstes, ggf. Planung von weiteren Maßnahmen am Heimatort
Hinweis: Rot markierte Begriffe sind in unserem Glossar erklärt. Durch einen Klick auf das entsprechende Wort erhalten Sie sofort weitergehende Informationen, oder Sie schauen in unserem Glossar nach.
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