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REHA STATIONÄR - Harninkontinenz, Descensus

Harninkontinenz, Descensus
A) Ziele der stationären Rehabilitation

1. Körperliche und seelische Stabilisierung
  • Entspannende psychovegetative Stabilisierung
  • Eventuelle Gewichtsabnahme

2. Verbesserung bzw. Beseitigung von krankheits- bzw. therapiebedingten Funktionsstörungen
  • Verbesserung der Wahrnehmung des Beckenbodens durch sensomotorische Schulung
  • Kräftigung der Beckenbodenmuskulatur
  • Erlernen von physiologischen Verhaltensmustern bzw. Training der Beckenbodenmuskulatur unter körperlichen Stresssituationen und unter Einbeziehung des Zwerchfell-Beckenboden-Synergismus Bei Dranginkontinenz zusätzlich
  • Hemmung der Detrusorhyperaktivität
  • Erlernen von Aufschubstrategien

3. Verbesserung des Kenntnisstandes und Erlangung eines umfassenden Krankheitsverständnisses
  • Vermittlung von Kenntnissen über die Ursache der Harninkontinenzformen und Möglichkeiten der Beeinflussung sowie Anatomie und Funktion des Beckenbodens, der Blase und Urethra
  • Optimierung einer medikamentösen Therapie unter Berücksichtigung urodynamischer Befunde
  • Kenntnisse über Hilfsmittel (Pessare, Inkontinenzhilfen)

4. Wiedererlangung von weiblicher Lebensfreude und Lebensqualität
  • Thematisierung von Schamgefühlen, Vita sexualis, soziale Auswirkungen der Inkontinenz
  • Bei Dranginkontinenz: Eruierung und Behandlung evtl.zugrunde liegen der Konflikte

5. Berufliche und soziale Reintegration


B) Klinisch-konservative Gynäkologie
  • Anamnese (allgemein, Medikamente, Miktion).
  • Gynäkologische Untersuchung mit Beckenbodenprüfung, Lageveränderung des Genitale in Ruhe und beim Pressen
  • Status der Wundheilung nach Operation
  • Urindiagnostik, evt. Vaginalbakteriologie und -zytologie
  • Restharnprüfung
  • Klinischer Stresstest (Untersuchung des Blasenverschlussmechanismus bei wiederholtem Husten und Pressen bei gefüllter Blase - liegend/stehend)
  • Miktionsprotokoll
  • Evtl. urodynamische Untersuchung
  • Erstellen eines individuellen Therapieplanes, Motivierung für konsequentes Training, ggf. Compliance medikamentöser Therapie
  • Lokale und systemische Hormontherapie
  • Anpassung von Pessaren, Nässeschutz und Hilfsmitteln
  • Handhabung und Verordnung von Vaginalkonen
  • Medikamentöse Therapie (besonders Dranginkontinenz)


C)1 Krankengymnastik und physikalische Medizin bei Streßinkontinenz
  • Beckenbodenfunktionstraining als Einzel- oder Gruppentherapie
  • Spezielle Krankengymnastikgruppen für gynäkologisch operierte Patientinnen und spezielle Bewegungsbäder
  • Rückenschule
  • Intravaginale bzw. perkutane Elektrostimulation
  • Balneologische Anwendungen zur vegetativen Stabilisierung: Solebäder, Medizinzusatzbäder u.a
  • Peloidanwendungen (z. B. intravaginale Moortamponaden, Moorpackungen)
  • Diätetische Therapie zur eventuellen Gewichtsreduktion


C)2 Krankengymnastik und physikalische Medizin bei Drabginkontinenz
  • Miktionstraining
  • Beckenbodenfunktionstraining
  • Intravaginale Elektrostimulation
  • Rückenschule
  • Balneologische Anwendungen zur vegetativen Stabilisierung: Solebäder, Medizinzusatzbäder u.a.
  • Peloidanwendungen (z. B. intravaginale Moortamponaden, Moorpackungen)
D) Informationen und psychologische Angebote
  • Ärztlich geleitete Seminare zu Senkungs- und Inkontinenzoperationen sowie Inkontinenzhilfsmitteln
  • Verhaltensschulung
  • zur Regelung der Lebensweise und Eliminierung belastender Faktoren
  • Entspannungsverfahren, insbesondere Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, auch bezogen auf den Beckenboden
  • Entspannungsverfahren zur psychovegetativen Stabilisierung und Angstreduktion (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Autogenes Training, u.a.)
  • Stressbewältigung
  • Psychologische Einzelgespräche
  • Sozialberatung
  • Beratung bei Fragen der beruflichen und sozialen Rehabilitation Vermittlung von Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen



Hinweis: Rot markierte Begriffe sind in unserem Glossar erklärt. Durch einen Klick auf das entsprechende Wort erhalten Sie sofort weitergehende Informationen, oder Sie schauen in unserem Glossar nach.

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